Sampling
Was wären wir Musiker bloß ohne Sampler? Nun gut, Grandmaster Flash
hätte einen prima Sozialarbeiter abgegeben, und der Berliner Tiergarten
wäre ohne tanzende Techno-Jünger sicherlich im besseren Zustand.
Nun könnte sich der nächste Schritt vollziehen, weg vom
externen 19"-Gerät und hin zum integrierten Software-Sampler.
Die Vorteile leigen klar auf der Hand: Statt eines Guckloch-Displays und Mini-Tasten nutzt
man den Bedienungskomfort des PC, bei Nichtgefallen des Samplers installiert man einfach ein
anderes Programm. Man nutzt die vorhandenen PC-Ressourcen
(CPU, Soundkarte, Festplatte, Backup-Medien) und spart somit eine Menge Geld. Das Editieren
der Samples erledigt der Audio-Editor komfortabel und die Effektbearbeitung überläßt man seinem
bevorzugten DirectX-Plugin.
Doch sind die auf dem Markt erhältlichen Programme so komfortabel und leistungsstark, wie sie
selbst sich immer anpreisen? Birdseed Music hat installiert, probiert und fleißig Samples
produziert, um zu schauen, was der Markt so hergibt.
Dos, Windows und die Latenzzeit
Bei Hardware-Samplern ist es eine Selbstverständlichkeit: Man drückt eine Taste auf dem Keyboard
und im selben Moment erklingt das Sample. Auf dem PC ist das schon etwas schwieriger. Schuld daran
ist Microsoft Windows. Es ist ein sog. Multitasking-Betriebssystem, das die Benutzung von
mehreren Programmen gleichzeitig erlaubt.
Als digitaler Jesus teilt es das Brot der Rechenleistung in viele
kleine Teile und hofft darauf, daß alle satt werden. Doch Software-Sampler sind fette, verfressene
Jünger, und wenn sie nicht das Maul vollgestopft bekommen, werden sie ziemlich ausfallend,
stottern vor sich hin oder verweigern gar den göttlichen Dienst.
Der Soundkarten-Treiber ist das zweite Problem. Man unterscheidet zwischen
MME- und DirectX-Treibern. Während ein Befehl an einen MME-Treiber erst
dann ausgeführt wird, wenn Windows sich dazu bereit erklärt, was manchmal bis zu 500 ms dauern kann,
stellt ein DirectX-Treiber eine direkte Verbindung zwischen Sampler und Soundkarte her.
Bei MS-DOS-Programmen ist die Latenzzeit für gewöhnlich minimal, dafür muß man die
DOS-typischen Nachteile in Kauf nehmen. Es kann nur ein Programm gleichzeitig laufen, längst nicht
jedes Programm unterstützt jede Soundkarte. Auch die Qualität der Benutzeroberflächen ist schwankend.
Soundkarte als Sampler einsetzen?
Ein großer Teil der heute erhältlichen Soundkarten ist mit Sampling-Funktionen ausgestattet.
Sie haben meist genug Stimmen (64) und sind mit Modulationsmöglichkeiten wie
Envelopes, LFOs, Filter und Effekte ausgestattet. Zudem sind sie meist recht preisgünstig (ab 200 DM).
Doch beim Praxistest stößt man schnell auf Probleme. Die Effekte der meisten Karten
beschränken sich auf einfache Hall- und Chorus-Algorithmen, deren Qualität oft ziemlich
schlecht ist. Auch die Filter-Sektion beschränkt sich im Normalfall auf einen einfachen
resonanzfähigen Tiefpaßfilter. Er klingt zumeist kalt und digital. Beim Thema flexibles
Routing der Modulatoren und Zuweisung von MIDI-Controllern versagen die meisten
Patch-Editoren. Auch die Erstellung eigener
Instrumente ist oft mühsam - man stößt immer wieder auf neue Probleme und Lücken im Handbuch.
Vor allem bei preiswerten Soundkarten macht sich meist die schlechte Qualität der
Wandler bemerkbar. Für den professionellen
Einsatz sind diese Karten deshalb kaum geeignet.
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Nemesys Gigasampler
Ein ziemliches Leistungspaket: 64 Stimmen, 4 Filtertypen, unbegrenzte Sample-Größe (werden
während des Spielens nachgeladen), flexibles MIDI-Routing, beliebige Velocity- und Keyzones,
eine komfortable Benutzeroberfläche, keine hörbare Latenzzeit, Import von
AKAI Sample-CDs u.v.m. Doch hier und da hakt es: Die Loop-Funktion ist bescheiden, die LFO
erlaubt nur Sinus-Wellen, Effekte und PlugIns werden nicht unterstützt. Das Routing auf
Einzelausgänge ist auf wenige spezielle Soundkarten beschränkt. Trotzdem ist der Gigasampler
eine echte Alternative zu seinen Hardware-Kollegen.
Reaktor von
Native Instruments
...ist bereits hier als Synthesizer beschrieben.
Durch seine geringe Latezzeit, seine Sampling-Fähigkeiten und sein modulares Konzept
kann er auch einen Hardware-Sampler mit links ersetzen. Lediglich die Zuweisung von Multi-Samples
könnte komfortabler sein.
Fasttracker 2.08
...ist ein Tracker-Programm für MS-DOS, mit
dem man per MIDI-Keyboard die
Samples in Echtzeit spielen kann, diesmal aber ohne hörbare Verzögerungen, und
"Modulation"- und "Bender"-Regler werden unterstützt. Effekte, Einzelausgänge, Stereo-Samples
und Filter gibt´s nicht, die Interpolations-Routinen sind aber sehr gut.
Fasttracker 2.08 ist Shareware ohne Einschränkungen und kostet 10$.
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Vergleichstest: Hardware vs. Software
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T E S T - K A N D I D A T E N
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Akai S-2000 Sampler |
Nemesys Gigasampler
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K O S T E N
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1325 DM
für Grundgerät mit 2 MB RAM
ca. 200 DM
gebrauchte, externe SCSI-HD
(500 MB)
ca. 100 DM
für 32 MB RAM
ca. 500 DM
für erweiterte Filterbank
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ca. 2000 DM
für Pentium-III Komplettsystem
680 DM
für Nemesys Gigasampler
500 DM
für eine gute Soundkarte
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P R O U N D C O N T R A
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Zuverlässigkeit
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sehr komfortable Bedienung (Monitor, Tastatur)
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flexible MIDI-Steuerung
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günstiger Preis
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transportabel, paßt in 19"-Gehäuse
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PC auch anderweitig verwendbar
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gut durchdachte Bedienung
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viele Stimnmen, kaum Latenzzeit
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Guckloch-Display, Mini-Tasten
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gut durchdachte, strukturierte Bedienung
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keine Latenzzeit, per Keyboard spielbar
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schwache LFO-Funktionen
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viele hochwertige Sample-CDs erhältlich
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kann AKAI-CDs importieren
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Arpeggiator und Sequencer fehlt, nur MIDI-Player
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keine Effekte und EQs möglich
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MESA-Software zur PC-Steuerung unzuverlässig
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unterstützt nur wenige Mehrspur-Soundkarten
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Effekte, Einzelausgänge und weitere Filter nur als teures Einzelzubehör
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unbegrenzte Sample-Größe
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flexible MIDI-Integration
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keine Begrenzung bei Key- und Velocity-Gruppen
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PC schwer transportierbar und Laptops sind sehr teuer
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